Gefühle sind die Sprache der Seele

Gepostet von Regenmacher am Montag, August 4, 2014 Unter: Inneres Wachstum
Ich bin gerne und viel zu viel Mensch, um meine Gefühlswelt auf Liebe zu reduzieren. Es entspricht unserer menschlichen Natur auch Angst, Wut und Trauer zu fühlen. Es gibt nichts biologischeres, als sich vor einer Bedrohung zu fürchten oder ihr mit Wut zu begegnen. Diese Gefühle zu ignorieren würde bedeuten, unser wahres Selbst zu verleugnen. Das hält einige Gurus natürlich nicht davon ab, uns vorzumachen, wir wären nur vollkommen, wenn wir jegliche Befindlichkeiten abgelegt haben, also frei von Gefühlen sind. Ich bezweifle, dass auch nur einige wenige Gurus diesen Zustand erreichen. Dennoch neige ich dazu solch scheinbar heeren Ziele nachzueifern. Ich zumindest habe ich das eine Weile getan. Ständig konfrontiert mit der Tatsache, dass die lästigen Gefühle immer noch da sind, stieg meine Zahlungsbereitschaft für guten Rat und teure Seminare. Natürlich meinen es unsere Ratgeber nur gut, wenn sie versuchen uns zu erklären, wer wir sind und was wir tun müssen um das zu werden, was man eigentlich sein müsste. Einiges davon bringt uns weiter, ist sogar richtig toll, anderes eher nicht. Eines davon liegt mir besonders am Herzen: Wir braucht uns nicht unvollkommen zu fühlen, weil wir manchmal noch Wut im Bauch haben. Es ist ok, Gefühle zu haben und dazu zu stehen. Wir dürfen echt sein. Ich habe mich deshalb dazu entschieden, den Kontakt zu mir selbst zu suchen und meine Gefühle zu explorieren. Sie sind die Tore zu meiner Seele und zeigen mir, wo meine Schatten liegen. Gerade im Rahmen von spirituellen Gemeinschaften, wo tiefe Entspannung erreicht und schöne Ressourcen gefunden werden können, wäre die Ausgangslage besonders gut, seinen Schatten zu begegnen. Oft gelingt es eben gerade nur dank dieser Ressourcen, der Furcht ins Auge zu sehen, ihr Wesen zu ergründen und Frieden zu schliessen mit ihr.

In: Inneres Wachstum 


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